Arbeit an Organisationen
Arbeiten an Organisationen

Verfasst von

Boris Wehmann

am 24. September 2022

An Organisationen zu arbeiten ist wie eine Expedition in ein unbekanntes Land.

Es gibt viel zu entdecken und zu beobachten. 

Kulturmuster, Verhaltensweisen, Politik, Regeln, ganz wie im wahren Leben. Eine Organisation ist für mich tatsächlich wie ein fremdes Land. Da ich sehr gerne Reise, freue ich mich auf jede neue Organisation, die ich beobachten und kennenlernen darf.

Dieser Beitrag ist Teil der Blogparade „Dein bester Tipp für wirksame Arbeit an Organisationen“. Alle Beiträge der Kolleginnen und Kollegen die ebenfalls teilgenommen haben, können Sie hier finden

Eines meiner liebsten Werkzeuge, das ich nutze, ist die Organisationsrückschau.

Bei einer Organisationsrückschau passiert unfassbar viel.

Gemeinsam mit dem Unternehmen starten wir an einem sinnvollen Punkt in der Vergangenheit und arbeiten uns schrittweise bis in die Gegenwart vor.

Es entstehen Diskussionen und neue Gedanken. Es schafft Momente des Verstehens und der Klarheit. 

Das Wichtigste, was passiert ist aber, dass wir gemeinsam den Blickwinkel ändern und die Organisation in einem neuen Licht betrachten. Plötzlich stellt sich heraus, dass ein Problem, das man glaubte, an einer Stelle zu haben, vielleicht gar nicht existiert. Dafür haben wir eventuell ein Problem an einer anderen Stelle entdeckt. Eine wirksame Lösungsmöglichkeit rückt näher.

Beim Arbeiten an Organisationen arbeiten wir gemeinsam mit den Menschen. Niemals an den Menschen. 

Tipps, Methoden, Rezepte oder wie auch immer man es nennen möchte, sind manchmal sinnvoll. Nämlich dann, wenn man eine Organisation und ein Problem wirklich verstanden hat. In der Tiefe.

Dann kann es sein, dass man zu dem Schluss kommt, dass eine bestimmte Methode für ein spezifisches Problem das Mittel der Wahl ist.

Ob sich eine Organisation wirksam verändern lässt, hängt von verschiedenen Faktoren ab.

Das Fundament für Veränderungsarbeit ist beobachten und zuhören.

Die Unternehmenskultur lässt sich beobachten. Verhalten lässt sich ebenfalls beobachten.

Dann stellt sich die Frage, welche Funktion ein bestimmtes Verhalten erfüllt? Das herauszufinden bedeutet Fragen zu stellen, Thesen aufzustellen und vor allem zuzuhören. 

Es folgt Testen, Ausprobieren, Beobachten und wieder Zuhören.

An Organisationen zu arbeiten ist wie Diagnostik und das Erforschen neuer Heilmittel. Manches hilft manches nicht. In manchen Organisationen reagiert das Immunsystem massiv. Dann haben wir eventuell einen Volltreffer gelandet. In anderen Organisationen bleibt eine Reaktion fast gänzlich aus. Dann gilt es weiter zu forschen und zu beobachten.

Immer wieder gilt es der Versuchung zu widerstehen, an den Menschen arbeiten zu wollen.

Die Versuchung, den Menschen und das Verhalten zu verändern, ist allgegenwärtig. Menschen verhalten sich kontextbezogen.

Das vor Augen geführt, ermöglicht es den Menschen, bei der Arbeit auszublenden und stattdessen einen Kontext zu schaffen, der ein gewünschtes Verhalten wahrscheinlicher macht. Es kann auch hier zu massiven Reaktionen der Organisation kommen. Nämlich dann, wenn etwas geschaffen wurde, das Wirkung erzielen könnte.

Ist man mit der Arbeit auf der richtigen Fährte, gilt es zu testen. Optimalerweise bauen wir einen Schutzraum, der den Testbereich vor dem Rest der Organisation beschützt und der wiederum auch die Organisation in der Gesamtheit vor dem Testbereich schützt.

Das bedeutet aber nicht Abschottung. Im Gegenteil.

Transparenz ist das Gebot der Stunde.

Alle sollen zusehen können. Wie ein gläserner Käfig.

Überhaupt ist Transparenz bei der gesamten Arbeit an einer Organisation entscheidend.

Den Eindruck des Herumwurschtelns hinter verschlossen Türen gilt es zu vermeiden. Um jeden Preis.

Gemeinsam zu erleben, wie sich Puzzelteilchen ineinanderfügen, wie sich etwas wirklich tiefgreifend verändert, statt nur auf der Oberfläche ist sowohl für die Klienten als auch für den Berater sehr erfüllend.

Sie möchten mehr erfahren?

Sprechen Sie mich gerne jederzeit an. Ich freue mich auf ein erstes Kennenlernen.

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