Sytemtheorie vs. Systemisch

von | März 24, 2025

Als Unternehmensberater, der in seiner Arbeit Erkenntnisse aus der Systemtheorie nutzt, begegne ich immer wieder einem Missverständnis: Viele denken, „Systemtheorie“ und „systemisch“ seien dasselbe. Tatsächlich stecken dahinter zwei verschiedene, aber sich ergänzende Perspektiven. Als, was bedeutet Sytemtheorie vs. Systemisch?

Systemtheorie: Verstehen, wie alles zusammenhängt

Stellen Sie sich vor, Sie betrachten ein Mobile über einem Babybett. Wenn Sie ein Element bewegen, reagiert das ganze Mobile. So ungefähr können Sie sich die Grundidee der Systemtheorie vorstellen: Alles ist miteinander vernetzt, aber nicht mechanisch wie ein Uhrwerk, sondern durch Kommunikation und Sinnzuschreibungen. Die Systemtheorie erklärt:

  • Jedes System funktioniert nach eigenen Regeln. Unternehmen, Teams oder Familien entwickeln Strukturen, die ihre Kommunikation steuern.
  • Veränderungen haben oft unerwartete Folgen. Eine neue Regel oder Struktur kann ungewollte Nebenwirkungen haben, weil das System auf seine eigene Weise reagiert.
  • Steuerung ist begrenzt. Man kann ein System nicht einfach „von außen“ verändern, sondern nur Impulse setzen, die innerhalb des Systems aufgegriffen werden müssen.

Ein Beispiel: Eine Firma wollte flachere Hierarchien einführen. Doch anstatt mehr Eigenverantwortung zu fördern, führte dies zu Unsicherheit und Chaos. Warum? Weil das bestehende System sich nicht so einfach „umbauen“ lässt, sondern sich nach seinen eigenen Logiken entwickelt.

Systemisches Denken: Vom Verstehen zum Handeln

Systemisches Denken nutzt die Erkenntnisse der Systemtheorie, um konkrete Lösungen zu finden. Statt einfache Ursache-Wirkung-Erklärungen zu suchen, stellt es die richtigen Fragen:

  • Wo gibt es verborgene Wechselwirkungen? Oft liegt die Lösung schon im System, man muss sie nur sichtbar machen.
  • Welche Ressourcen sind noch ungenutzt? Menschen und Organisationen haben oft mehr Möglichkeiten, als ihnen bewusst ist.
  • Was passiert, wenn eine Regel oder ein Muster sich leicht verändert? Kleine Impulse können große Wirkung haben.

Ein Beispiel: Ich habe einmal einen Konflikt in einem Familienunternehmen moderiert. Statt nach Schuldigen zu suchen, haben wir Muster sichtbar gemacht und Fragen gestellt, die neue Perspektiven eröffneten. Dadurch entstand eine Lösung, die alle mittragen konnten.

Warum ist der Unterschied zwischen Sytemtheorie vs. systemisch wichtig für Sie?

  • Führungskräfte: Die Systemtheorie hilft zu verstehen, warum Change-Projekte scheitern. Systemisches Denken zeigt, wie man sie dennoch erfolgreich gestaltet.
  • Berater: Die Theorie gibt Tiefe, die Praxis gibt Werkzeuge. Beides zusammen macht den Unterschied.
  • Alle, die mit Menschen arbeiten: Es geht nie um „den einen Hebel“, sondern darum, das gesamte System im Blick zu haben.

Mein Tipp: Beim nächsten Problem fragen Sie nicht „Wer ist schuld?“, sondern:

  • Welche verborgenen Verbindungen könnten hier eine Rolle spielen?
  • Wo gibt es Ressourcen, die wir noch nicht genutzt haben?
  • Was würde passieren, wenn wir eine Regel leicht verändern?

Ein letzter Gedanke: Luhmanns Konzept der „Autopoiesis“ besagt, dass Systeme sich selbst erhalten. Deshalb funktionieren einfache „Quick Fixes“ oft nicht. Echte Veränderung braucht Zeit – so wie das Erlernen eines Musikinstruments.

#Systemtheorie #Systemisch #Unternehmensberatung #ChangeManagement

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