Work-Life-Balance
Die Arbeitnehmer*Innen sind verantwortlich für die Probleme in Unternehmen

Verfasst von

Boris Wehmann

am 30. Januar 2023

Mitarbeitende funktionieren nur noch, wenn wir sie in Watte packen. Der Trend geht verstärkt hin zu Life in der Work-Life-Balance und belastbar ist ohnehin niemand mehr.

Als Unternehmen bieten wir den Mitarbeitenden kostenfreie Getränke, coole Büroräume, 2 x die Woche Remote Work, freies Mittagessen, Obst und ein Gym.

Das scheint alles nicht mehr zu genügen.

Die Mitarbeitenden wechseln sofort den Job, wenn ein anderes Unternehmen mit mehr Geld winkt.

Es ist denen vollkommen egal, was sie bei uns alles bekommen. 

Neue Mitarbeitende finden? Schwierig. 

Selbst unsere ultra-coolen recruiting Anzeigen bringen nicht den gewünschten Erfolg.

Ähnliches werden Sie auch auf einer anderen Ebene aus dem Einzelhandel kennen.

Verbraucher*Innen sind nicht bereit, für Qualität zu bezahlen. Sie haben auch keine Lust mehr in den stationären Handel zu gehen und überhaupt, in Deutschland herrscht eine Discounter-Mentalität. 

Lieber wird Online bestellt, und sehr gerne retourniert. Um den Forderungen der Verbraucher*Innen nachzukommen, überlegen sich die Online-Händler*Innen immer bessere Möglichkeiten, um aus der Menge herauszustechen und den bestmöglichen Service zu bieten.

Das führt mich zum Henne / Ei Problem. War erst die Henne oder erst das Ei da?

War erst der Discounter da, oder hat erst der/ die Verbraucher*In nach immer günstigeren Preisen gefragt?

Haben die Unternehmen begonnen, immer mehr Annehmlichkeiten anzubieten oder haben die Mitarbeitenden begonnen, danach zu fragen, bitte ein kostenfreies Mittagessen und ein Gym zur Verfügung gestellt zu bekommen?

Nun sind sie da, die Annehmlichkeiten auf der Arbeit, die Discounter, die günstigen Preise, die einfachen Möglichkeiten gekaufte Artikel zu retournieren. Und aus irgendeinem Grund ist klar, wer „schuld“ ist.

Work-Life-Balance oder die Mitarbeitenden und Verbraucher*Innen sind schuld.

Natürlich suchen sich die Mitarbeitenden die Unternehmen aus, in denen die Annehmlichkeiten am besten sind. Warum auch nicht?

Heute findet Arbeit in Wellnesstempeln statt. Und wenn ich als Arbeitnehmer*In Mitglied in einem Wellnesstempel werden möchte, also in einem Unternehmen arbeiten möchte, suche ich mir das Unternehmen aus, das mir am meisten zusagt und wo die Work-Life-Balance stimmt.

Den Mitarbeitenden wird allerlei zugeschrieben, wie auch den Verbraucher*innen. Ist es da verwunderlich, wenn das Verhalten sich entsprechend der Zuschreibung anpasst?

Welches Unternehmen schaut im Wettbewerb der Annehmlichkeiten noch nach den ganz rudimentären Punkten, die es den Mitarbeitenden erlauben würden, einfach nur ungehindert ihre Arbeit zu machen?

Mitarbeitende, davon bin ich überzeugt, wollen das Gefühl haben, etwas zum Erfolg des Unternehmens beitragen zu können. Sie möchten sich einbringen und als erwachsene Menschen wahrgenommen werden.

Wäre es an der Zeit, die Annehmlichkeiten einmal außen vorzulassen und hinzuschauen, wie es uns gelingt, auf Augenhöhe einander zu begegnen und wie wir Strukturen verändern können, damit Menschen möglichst wirksam ihre Arbeit manchen können?

Vielleicht laufen die Mitarbeitenden dann nicht ständig weg?

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