Boris-Wehmann - Controlling - der Businesspartner den niemand braucht.
Controlling – der Businesspartner den niemand braucht?

Verfasst von

Boris Wehmann

am 24. September 2022

Controlling ist ein Teilbereich des unternehmerischen Führungssystems, dessen Hauptaufgabe die Planung, Steuerung und Kontrolle aller Unternehmensbereiche ist. 

Da lachen ja die Hühner.🐓

Der Grund, weshalb ein/e Unternehmer:In einst gegründet hat, ist das Lösen eines Problems des Marktes. Das ist der Zweck der Unternehmung.

Im Laufe des Wachstums der Unternehmung schleichen sich mehr und mehr Kontrollmechanismen und intern referenzierte Aufgaben ein. Aufgaben, die nicht dem Unternehmenszweck dienen. Dazu gehört auch in weiten Teilen das Controlling.

Im Controlling sitzen selten Mitarbeitende, die besonders viel Ahnung von dem tatsächlichen Geschäft haben. Dort werden auch keine Probleme des Marktes gelöst. Und eben diese Mitarbeitenden sollen planen, steuern und kontrollieren?

Mit einer zunehmenden Marktdynamik greifen schon andere Steuerungsinstrumente immer weniger. Was soll da ein Controlling, das denkbar weit weg vom Markt ist, ausrichten?

Und doch wird erwartet, dass jedes halbwegs seriöse Unternehmen ein Controlling hat. 

🔸Controlling als Businesspartner🔸

Wenn wir den Unternehmenszweck zurück ins Zentrum der Aufmerksamkeit holen und von dort aus überlegen, welche Fragen wir von einem Controlling beantwortet haben möchten, dann  könnten wir das Controlling als einen echten Businesspartner erleben.

Wenn der Unternehmenszweck der Treiber ist, dann stellt nicht das Controlling dem Business die Fragen, sondern das Business dem Controlling.

Im Controlling sitzen Mitarbeitende, die auf ihrem Gebiet sehr kompetent sind und die die Geschichten, die die Zahlen erzählen, verstehen und interpretieren können.

In der Peripherie zwischen Kunden und Unternehmen braucht es aber ein Höchstmaß an Können und Agilität. Nichts an Kompetenzen die es im Controlling im Hinblick auf den Markt gibt. 

Das Business braucht auch belastbare Kennzahlen, die ggf. in Entscheidungen einfließen. Diese belastbaren Kennzahlen können vom Controlling zugeliefert werden. Welche Kennzahlen gebraucht werden, muss das Business entscheiden. 

Controlling ist gut, richtig und wichtig – nämlich als Dienstleister des Geschäftes. Steuerung und Planung darf in einer künftigen Arbeitswelt aber nicht zu den Kernaufgaben eines Controlling gehören. Dann bekommen wir ein Stück mehr #AgilitätTrotzSteuerung.

Als ehemaliger CFO kenne ich das Spannungsfeld sehr gut und die vorhandenen Schmerzpunkte sind auf beiden Seiten mannigfaltig. Auf keinen Fall möchte ich die geschätzten Kolleg:Innen des Controlling diskreditieren. Sie machen einen hervorragenden Job und können nichts für die veralteten Strukturen, mit denen sich Unternehmen herumschlagen.

Es ist höchste Zeit die Steuerungsversuche zurückzufahren, den Markt ins Unternehmen zurückzuholen und sich wieder auf den Unternehmenszweck zu konzentrieren. Dabei helfe ich Unternehmen und CFO’s, dem dann engsten Verbündeten des CEO’s.

#ErforschenEntdeckenGestalten

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